Wirtschaft (Donnerstag) zurück
Wirtschaftsmeldungen vom 22. Januar 2026
Das Europäische Parlament hat gestern beschlossen, das Mercosur-Abkommen vor den Europäischen Gerichtshof zu bringen. Dies verzögert den Abschluss des Abkommens erheblich und könnte dessen endgültige Verabschiedung verhindern. Der Europäischen Gerichtshof (EuGH) prüft derzeit, ob das Handelsabkommen mit den EU-Verträgen vereinbar ist. Das am 17. Januar unterzeichnete Abkommen, das eine Freihandelszone für mehr als 700 Millionen Menschen schafft, ist in ganz Europa umstritten und wurde von mehreren Ländern, darunter Frankreich und Polen, abgelehnt. Befürworter des Abkommens sind der Ansicht, dass es Chancen für die europäische Industrie bietet und die geostrategische Position der Europäischen Union stärkt, insbesondere angesichts der anhaltenden Spannungen mit den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig hat es Empörung unter den Landwirten ausgelöst, die befürchten, dass billige und minderwertige Lebensmittel aus südamerikanischen Ländern den europäischen Markt überschwemmen könnten.
Die Inflationsrate lag im Dezember letzten Jahres bei 9,7 % und damit leicht unter dem Wert des Vormonats, wie aus den vergangene Woche vom Nationalen Institut für Statistik (INS) veröffentlichten Daten hervorgeht. Im Vergleich zum Dezember 2024 waren Lebensmittel um 7,75 %, Non-Food-Waren um 10,48 % und Dienstleistungen um 11 % teurer, aber an der Spitze der Preissteigerungen stand mit 60 % die Stromversorgung. Auch die Nationalbank prognostizierte für Ende 2025 eine Inflation, die nahe an der vom INS bekannt gegebenen Zahl liegt, revidierte ihre Prognose jedoch von zuvor 8,8 % auf 9,6 % nach oben. Nach der im November vom Gouverneur der Nationalbank, Mugur Isãrescu, vorgestellten Prognose wird die Inflationsrate bis Ende dieses Jahres auf 3,7 % sinken.
Die Leistungsbilanz Rumäniens verzeichnete in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres ein Defizit von rund 27 Milliarden Euro, eine Milliarde mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2024, laut Angaben der Nationalbank. Im Gegenzug beliefen sich die ausländischen Direktinvestitionen auf fast 7,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von über 2 Milliarden entspricht. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 stieg die Gesamtverschuldung um 24 Milliarden auf 227,5 Milliarden Euro, wobei der größte Teil davon langfristig ist. Gleichzeitig beliefen sich die gesamten internationalen Reserven des Landes Ende letzten Jahres auf 77 Milliarden Euro.
Es gibt fast keine Chance, dass die Autobahn A8, die Neumarkt am Mieresch/Târgu Mureș mit Moldau verbindet und durch das Szeklerland führt, bis zum festgelegten Termin fertiggestellt wird - zu diesem Schluss kam Adrian Covãsnianu, Vizepräsident der Vereinigung "Moldau will eine Autobahn". Der Verkehrsexperte wies darauf hin, dass bisher nur auf einer Länge von etwa 55 Kilometern tatsächlich mit den Arbeiten begonnen wurde, was weniger als einem Fünftel der Gesamtlänge der Autobahn entspricht. An mehreren Abschnitten verzögern rechtliche Einsprüche die Vorbereitungen, an anderen Stellen wurden zwar im vergangenen Jahr die Bauverträge für die Bergabschnitte unterzeichnet, aber die Arbeitsaufträge wurden nur teilweise erteilt. Für einige Abschnitte sind bis zu 54 Monate für die Umsetzung vorgesehen, was es praktisch unmöglich macht, das gesamte Projekt bis 2030 abzuschließen. Adrian Covãsnianu, ehemaliger Sekretär im Verkehrsministerium und Leiter der Nichtregierungsorganisation "Moldova Vrea Autostradã" (Moldawien will eine Autobahn) ist der Ansicht, dass unbegründete politische Versprechungen ein ernstes Risiko darstellen: Sie untergraben das Vertrauen der EU-Institutionen in Rumänien und verstärken die Enttäuschung der Bevölkerung. Seiner Einschätzung nach, könnte die gesamte Autobahn A8 frühestens 2031 befahrbar sein, aber es ist nicht auszuschließen, dass sie erst 2032 übergeben wird, also weit nach dem ursprünglich geplanten Termin.
Obstbauern, deren Erträge durch die Dürre von 2025 beeinträchtigt wurden, erhalten laut einem vom Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zur Diskussion vorgelegten Entwurf eine Beihilfe von über 10.000 Lei pro Hektar. Das Landwirtschaftsministerium hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach Obstbauern, deren Ernten durch den Frost im Zeitraum April bis Mai 2025 beeinträchtigt wurden, eine finanzielle Beihilfe erhalten können. Die Höhe der Beihilfe beträgt maximal 10.180,6 Lei/ha, was 2.000 Euro/ha entspricht. Begünstigt sind landwirtschaftliche Erzeuger, die Obstplantagen besitzen und deren Ernten zwischen 30 % und 100 % geschädigt wurden, was durch offizielle Katastrophendokumente nachgewiesen werden muss. Die Anträge sind bei den Bezirks- oder lokalen Zentren der Behörde für Zahlungen und Interventionsmaßnahmen in der Landwirtschaft APIA einzureichen, und die Zahlungen werden bis zum 30. April 2026 geleistet. Das Gesamtbudget, das Rumänien für diese Maßnahme zur Verfügung steht, beläuft sich auf 11,5 Millionen Euro. Die Förderung betrifft etwa 8.800 Hektar Obstplantagen auf nationaler Ebene.
Quelle: rador, Marosvásárhelyi Rádio