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Menschen bei uns (Dienstag) zurück

Warum es immer wieder in der Türkei zu schweren Beben kommt?

veröffentlicht: Dienstag, 21. Februar 2023

Die Türkei und Syrien werden immer wieder von schweren Erdbeben getroffen. Das liegt in erster Linie an den geologischen Gegebenheiten dieser Regionen. Wissenschaftler rechneten schon seit längerer Zeit mit heftigen Erschütterungen und prognostizieren auch für die Zukunft weitere Beben.

Der Blick in geologische Karten offenbart: Im türkisch-syrischen Grenzgebiet treffen drei Erdplatten aufeinander: Arabien drückt von Südosten, Afrika von Südwesten und Anatolien von Nordwesten. Wissenschaftlern zufolge resultieren daraus mehrere große Störungszonen, an denen sich der Druck der Platten über Jahrhunderte aufbaut und in Erdbeben entlädt.

Die Türkei liegt auf der kleinen Anatolischen Platte, die zwischen der nordwärts driftenden Arabischen Platte und der eurasischen Platte nach Westen verschoben wird. Das Gebiet vom Süden der Türkei bis nach Israel und Ägypten verfügt über historisch extrem lange Aufzeichnungen. Erdbeben sind teils bis in biblische Zeiten zurück dokumentiert. „Die Platten verschieben sich binnen Sekunden um mehrere Meter. Die gesamte spröde Erdkruste reißt bei so einem Beben bis in etwa 20 Kilometer Tiefe auf“, sagte der Erdbebenexperte Bohnhoff in einem „Spiegel“-Bericht.

„Die Türkei ist ein Erdbebenland. Daran müssen wir uns gewöhnen“, sagte der türkische Vizepräsident Oktay. Die Menschen würden aber nicht vom Erdbeben getötet, sondern von den Trümmern einstürzender Häuser erschlagen. Deswegen müsse die Türkei in Zukunft anders bauen – und die jetzt zerstörten Gebäude und andere Infrastruktur erdbebensicherer errichten. Dies sei eine vordringliche Aufgabe, denn das nächste schwere Erdbeben käme mit 100-prozentiger Sicherheit, betonte Oktay.

Dass der Vizepräsident mit dieser Prognose Recht behalten könnte, zeigt ein Blick in die jüngste Geschichte der Türkei:

Oktober 2020: Bei einem Erdbeben der Stärke 7,0 kommen in der westtürkischen Stadt Izmir mehr als 100 Menschen ums Leben. Auf der benachbarten griechischen Insel Samos sterben zwei Jugendliche. Mehr als 1.000 Menschen werden verletzt und viele Häuser zerstört.

Oktober/November 2011: Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,2 erschüttert die Provinz Van im Südosten des Landes. Dabei sterben mindestens 600 Menschen. Fast 2.300 Häuser werden zerstört.

August 1999: Bei einer der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte der Türkei sterben mehr als 17.000 Menschen. Mindestens 24.000 werden verletzt. Das Epizentrum des Bebens liegt in der westtürkischen Stadt Izmit rund 100 Kilometer östlich von Istanbul.

Quelle: DF&dpa

Imola Munteanu