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Das Geheimnis der Truhen aus Henndorf

Henndorf, rumänisch Brădeni, ungarisch Hégen, siebenbürgisch-sächsisch Händerf, liegt im Kreis Hermannstadt (Sibiu) in Siebenbürgen, Rumänien. Die benachbarten Städte Agnita (dt. Agnetheln) und Sighișoara (dt. Schäßburg) liegen jeweils etwa 20 Kilometer entfernt.
Henndorf wurde erstmalig 1297 als terra Heen erwähnt. Entstanden ist der Ort in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Gründung deutscher Siedler, der sogenannten Siebenbürger Sachsen. Im Jahr 1300 begann man mit dem Bau einer steinernen Kirchenburg, deren Fertigstellung noch im 14. Jahrhundert erfolgte. 1350 erhielt die Andreaskirche von Henndorff einen Ablass für ihre Ausstattung. Das zugrundeliegende Schriftstück ist die älteste erhaltene Urkunde mit der deutschen Form des Ortsnamens. 1426 wurde urkundlich erwähnt, dass Henndorf eine freie Gemeinde des siebenbürgisch-sächsischen Königsbodens ist, ein Jahr später (1427) wurde die Gemeinde zum Markt erhoben. Drei Brände in den Jahren 1503, 1539 und 1566 verursachten schwere Zerstörungen. Eine Erhebung aus dem Jahr 1920 zählte 1.020 Einwohner, von denen mit 539 etwa die Hälfte evangelisch war, was gleichzeitig etwa der Anzahl deutscher Bewohner entsprach. In der Gegenwart leben nur noch sehr wenige Bürger sächsischer Abstammung im Ort.

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Fotos: Krisztina Molnar

Die Kirche in Henndorf ist heute in gutem Zustand. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Restaurationsarbeiten an der Andreaskirche in Henndorf durchgeführt. Insbesondere am Dach und an der Ringmauer der Kirche wurde viel gearbeitet. Das Pfarrhaus wurde ebenfalls restauriert und befindet sich in einem gutem Zustand.

Berühmt wurde Henndorf durch die 125 Stollentruhen des gleichen Bautyps, die man auf dem Dachboden der Kirche mehrere Jahrhunderte bewahrt hat. Warum sich solch ein Bestand gerade in Henndorf erhalten hat, wie viele Truhen hier ursprünglich verwahrt wurden, was die Bemalung der Truhen und die eingeritzten Zeichen auf den Truhendeckeln zu bedeuten haben und wer die Erbauer dieser Behältnismöbel waren, bleibt jedoch weiterhin unklar.
Zwölf der konservierten Truhen können seit einigen Jahren in der Bergkirche in Schäßburg besichtigt werden.

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Foto: www.siebenbuerger.de

Quelle: http://www.hoghenndorf.de, www.siebenbuerger.de
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